Ohne Yin kein Yang - für alle, die auf der Suche nach dem perfekten Ausgleich sind!

Obwohl meine bisherige Yogapraxis eigentlich primär durch einen dynamischen, sportlichen Übungsstil geprägt war, habe ich seit neuestem meine Liebe zum Yin Yoga entdeckt! Habt Ihr schon mal davon gehört oder Yin Yoga vielleicht sogar schon mal selbst ausprobiert?

Yin Yoga zeichnet sich durch einen sehr sanften und ruhigen Charakter aus, da die Asanas lange gehalten werden und man dadurch eine besonders tiefe Entspannung erfahren kann.

Für alle, die Yin Yoga einmal testen möchten, habe ich meine fünf Lieblingsasanas zusammen gestellt. Also am besten direkt weiterlesen und im Anschluss sofort ab auf die Matte...

Meine erste Yin Yogastunde liegt mittlerweile bereits fast zwei Jahre zurück. Doch ich muss zugeben, dass ich damals nicht wirklich sofort hellauf begeistert war. Es war - wie man so schön sagt - "ganz nett", aber warum unbedingt Yin Yoga üben, wenn es doch so viele andere unendlich tolle Varianten gibt?

Obwohl ich schon damals hätte wissen müssen, dass es genau dieser Ausgleich war, der meinem Körper und meinem Geist immer gefehlt hat, war die Zeit offensichtlich noch nicht reif.

Als ich dann vor einigen Monaten  - primär aus gesundheitlichen Gründen - noch einmal einen neuen Anlauf in Sachen Yin genommen habe, war es sofort um mich geschehen: Das lange Halten der Asanas - ohne jegliche Art von Anstrengung und unter Zuhilfenahme diverser Kissen, Decken, Bolster und Blöcke - hat mich in solch' einen entspannten und gelösten Zustand gebracht, dass ich seitdem nicht mehr nur Yang-orientiert übe, sondern vielmehr immer mehr Yin-Sequenzen einbaue und genieße!

Kurz noch ein paar Worte zu den Ursprüngen des Yin Yoga und dann kommen wir auch endlich zu den angekündigten Lieblingsasanas: In den 80er Jahren lernte der Amerikaner Paul Grilley Hatha Yoga in der Yin Yoga Variante von Paulie Zink, einem Kung-Fu-Meister aus Montana. Ein paar Jahre später traf Paul Grilley Hiroshi Motoyama, einen japanischen Wissenschaftler, der die chinesischen Prinzipien der Meridiane sowie die indische, feinstoffliche Physiologie mit ihren Nadis, Chakras und Prana erforschte. Aus seinen Kenntnissen über Qigong, Tao, TCM, Kundalini Yoga und Hatha Yoga entwickelte Paul Grilley schließlich das System von Paulie Zink weiter und nannte es zunächst Tao Yoga. Sarah Powers - eine Schülerin von Paul Grilley - begann in den 90er Jahren, Yoga im Stil von Paul Grilley zu unterrichten und gab diesem Yoga Stil ab sofort den Namen "Yin Yoga" und eine weitere Yoga-Art war geboren! (Quelle: Yoga Wiki)

Wichtig beim Üben von Yin Yoga ist das lange - mindestens dreiminütige - Halten der einzelnen Asanas, denn nur so können die tief sitzenden Muskeln und Faszien erreicht, gedehnt und entspannt werden.

 

Hier aber nun endlich die versprochenen TOP 5:

  1. Baddha Konasana
    Für den Schustersitz setzt Ihr Euch auf den Boden und gebt vor Euch die Füße aneinander. Die Knie fallen dabei nach außen und können bei Bedarf gerne mit jeweils einem Kissen unterstützt werden. Sobald Ihr Euch in dem Sitz eingerichtet habt, beugt Ihr Euch langsam nach vorne und legt Oberkörper und Kopf auf einem Bolster oder einer gefalteten Decke ab. (wenn Ihr den Kopf seitlich ablegt, nach etwa der Hälfte der Zeit die Seite wechseln!)

  2. Mandukasana
    Um in den Froschsitz zu kommen, setzt Ihr Euch in den Fersensitz und öffnet die Knie etwa mattenbreit. Jetzt beugt Ihr Euch mit gestreckten Armen wieder nach vorne und legt den Oberkörper zwischen den Beinen auf dem Boden - oder wie in Baddha Konasana unter Zuhilfenahme eines Bolsters oder einer Decke - ab.
  3. Sarvangasana
    Der Schulterstand wird im Yin Yoga ebenfalls unterstützt und vollkommen entspannt geübt. Ihr legt Euch dazu ein Kissen unter das Kreuzbein, löst die Füße vom Boden, beugt die Knie und streckt ein Bein nach dem anderen nach oben aus, so dass die Fußsohlen in Richtung Decke zeigen.
  4. Matsyasana
    Für den Fisch legt Ihr Euch auf den Rücken und platziert ein Kissen im Bereich der Brustwirbelsäule (ob längs oder lieber quer müsst Ihr am besten ausprobieren). Die Beine könnt Ihr entweder nach vorne ausstrecken oder alternativ wie in Baddha Konasana (s. o.) platzieren. Eure Hände könnt Ihr hinter dem Kopf falten, so dass noch ein wenig mehr Öffnung im Brustraum entstehen kann.
  5. Pada Hastasana
    In die Vorwärtsbeuge kommt Ihr vom Stand aus, indem Ihr Euch noch einmal schön lang in Richtug Decke streckt, die Knie stark beugt und Euch Wirbel für Wirbel im Zeitlupentempo mit dem Oberkörper nach vorne unten rollt. Die Arme können entweder neben dem Körper baumeln oder Ihr gebt die Hände in die jeweils gegenüber liegenden Ellbogen. Die Knie bleiben in jedem Falle stark gebeugt.

Zum Abschluss dieser Sequenz empfehle ich - wie immer - Savasana, die Totenstellung. Bleibt einfach so lange liegen, bis Ihr bereit seid, Euch (wieder) in das Getummel des Alltags zu stürzen. Bevor Ihr aufsteht, legt Euch noch für ein paar tiefe Atemzüge mit angewinkelten Knien auf die linke Körperseite - die Yin Seite - und spürt den Übungen nach.

 

Herrlich, oder nicht?

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